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Läwen Sven

Actuellement, Läwen finit son mémoire en philosophie à l'Université libre de Berlin sous le titre « La science générique comme geste de la pensée selon François Laruelle et Gilles Châtelet ». Il a fait des études en philosophie, mathématiques, physique, musicologie, philologie grecque et philologie latine à Tübingen, Heidelberg, Berlin et Paris.
Textes personnels
- François Laruelle : Non-philosophie, Science générique, Philosophie non-standard, Philo-fiction
-
Eine kurze Einführung in das aktuelle Werk von François Laruelle
In ihrer ersten Zielsetzung ist die „Nicht-Philosophie“ Laruelles eine „Wissenschaft der Philosophie“. Das heißt eine „philosophische Forschung“, die ihren Ursprung „im Geiste der Wissenschaft“ hat. Keine „Philosophie als strenge Wissenschaft“, allenfalls eine „Wissenschaft als strenge Philosophie“. Laruelle versucht die Imitation der Wissenschaft durch die Philosophie-als-Wissenschaft (Deutscher Idealismus und Phänomenologie) ebenso wie die Imitation der Philosophie durch die Wissenschaft (Epistemologie und „Philosophien der Wissenschaft“) hinter sich zu lassen. Die „Nicht-Philosophie“, auch „Nichtstandard-Philosophie“ genannt, setzt eine andere Art der Beziehung zwischen den Wissenschaften und den Philosophien an, nämlich die Identität der Wissenschaft und der Philosophie in der Immanenz einer „logischen“ Verbindung, die Laruelle „unilaterale Dualität“ oder „unilaterale Komplementarität“ nennt.
Es handelt sich nicht darum, eine „Philosophie von...“ zu machen; die „Nicht-Philosophie“ philosophiert nicht in der Philosophie, aber mit ihrer Hilfe. Es geht vielmehr darum, den Wissenschaften Denkweisen abzugewinnen, die der Philosophie fremd sind, und sie „zum Eintreten zu zwingen“ – nicht in die Philosophie, sondern in die „Nicht-Philosophie“, unter „generischen“ Bedingungen. „Generisch“ heißt ein Produkt, etwa ein Medikament, wenn es „ohne Markenzeichen“, nicht mehr original oder einzigartig ist. In der Algebra und der Informatik bezeichnet „generisch“ den Erwerb universeller Eigenschaften. Für Laruelle ersetzt die universelle Generizität als neuer Typ des Universellen die Universalisierung durch Abstraktion und durch Verallgemeinerung. Gewisse Disziplinen erhalten demnach einen generischen Wert – trotz ihres spezifischen Charakters – durch den Gebrauch, der von ihren Mitteln in anderen Gegenstandsbereichen gemacht wird. Die „Nicht-Philosophie“ konstituiert sich als eine auf minimale Weise intervenierende und transformierende generische Wissenschaft der Philosophie in Form eines „Wissenschaft-Denkens“. Das Generische tritt in die Welt der Wissenschaften und der Philosophien als ein Fremdes, es wiederholt sie nicht, sondern modifiziert sie oder hilft ihnen, ihr Objekt und damit sich selbst zu transformieren. Das Inter- im Verständnis des Generischen als eine „schwache Kraft“ der Inter-vention oder der Inter-aktion ist keine Art, eine neutrale Vermittlerrolle einzunehmen. Das Generische stellt die Möglichkeit einer Dualität ohne Einheit der Synthese dar. Die generische Aktivität wird von Laruelle als ein „Mi-lieu“ definiert, nicht als ein Mittleres zwischen zwei Extremen, sondern als eine unilaterale Entität, die nur eine Seite oder eine einzige Dimension aufweist. Die „Unilateralität“ ist der Hauptbeitrag der generischen „Logik“ zu den Wissenschaften.
Um eine Wissenschaft zu erhalten, die generisch in ihrem (wenngleich indirekten) Zugriff auf die Philosophie ist, besteht die „Methode“ darin, Wissenschaft und Philosophie in einer „vereinheitlichten Theorie“ zu „superponieren“ und anzunehmen, dass die Resultante dieser Operation geregelte Transformationen des wissenschaftlichen und des philosophischen Beitrages impliziert. Zwischen diesen modifizierten Beiträgen findet Laruelle neben dem Prinzip der Superposition auch das Prinzip der Nicht-Kommutativität wieder unter der Form einer „Determination in-letzter-Instanz“ der philosophischen Begriffe durch die Funktionen der Wissenschaft. Diese zwei Prinzipien algebraischen Ursprungs, Superposition und Nicht-Kommutativität, werden von Laruelle in ihrer Position nicht als erste nach Art der „ersten Philosophie“ noch als positive Prinzipien der Mathematik behandelt, sondern als „vor-erste“ oder „in-letzter-Instanz“ determinierende (genauer gesagt: unter-determinierende) Bedingung (denn die gesuchte Wissenschaft ist komplexer als ihre beiden Beiträge, Wissenschaft und Philosophie, für sich genommen), unter die die Philosophie gestellt wird.
Ziel der generischen Forschung – politisch formuliert – ist es, in der Ansammlung wissenschaftlichen Kapitals zu intervenieren und den Mehrwert, der der wissenschaftlichen Erkenntnis durch den Kapitalismus und der Philosophie anhaftet, generisch zu sterilisieren und zu neutralisieren. Generische Wissenschaften dienen nicht dazu, über dem Modell der anderen Wissenschaften einen epistemologischen Mehrwert, ein Surplus an philosophischer Macht zu produzieren, die sich laut Laruelles Kritik der kapitalistischen, industriellen und politischen Ausbeutung der Wissenschaften und der Forschung hinzugesellen, sondern sie produzieren einen Erkenntnisgewinn, der nicht riskiert, den Anspruch und die Macht der positiven Wissenschaften über die Subjekte zu maximieren.
Die „nicht-philosophische“ Utopie ist es, mit der Erfindung eines sowohl experimentellen als auch theoretischen Dispositivs ein neues Genre oder eine generische Praxis zu schaffen, die Laruelle auch „Philo-Fiktion“ nennt. Es handelt sich einerseits um eine Einschränkung der Ansprüche der Philosophie, andererseits um eine Öffnung gegenüber außer-philosophischen Erkenntnissen. Die „Philo-Fiktion“ ist etwas anderes als eine neue „Mischform“ der Wissen. Es ist eine Vereinigung der Disziplinen außerhalb ihrer disziplinären Abschottung als Parameter, die einen neuen Raum für das Denken definieren. Ein völlig neues Genre, das aus der „Superposition“ oder der „Fusion“ der Kunst, der Religion, der Technologie etc. jeweils mit der Philosophie hervorgeht.
Berücksichtigtes OEuvre von François Laruelle: „Philosophie V“
Introduction aux sciences génériques, Petra: Paris 2008.
Philosophie non-standard, Kimé: Paris 2010.
Anti-Badiou : Sur l’introduction du maoïsme dans la philosopie, Kimé: Paris 2011.
Sven Läwen le 2011-10-17